Büchsenmacher Rosl

Rosina Maria Friedrich
* 6.1.1858 in Aflenz † 7.3.1933 in Feldbach
zuletzt wohnhaft in Jauring
genannt: Büchsenmacher-Rosl

Auch der Entspannungsplatz ist spannend und gut für Überraschungen: Bei seiner Errichtung wurde eine ehemalige Kohlstätte gefunden und damit die Köhlerei in Buchberg/St. Ilgen nachgewiesen.

Die „Büchsenmacher-Rosl“, als Postkarten-Motiv weltweit bekannte, grimassenschneidende „Oma“ aus dem Hochschwabgebiet, lebte in ihren letzten Jahren in einer Köhlerhütte. Ihre kunstvolle Büste und die beim Panoramaweg aufgestellte Köhlerhütte sind ein greifbares Symbol für die damals kargen Lebensbedingungen.

Wann war „damals“? Die Büchsenmacher-Rosl wurde als Rosina Maria Friedrich im Jahr 1858 in Aflenz geboren. Ihre Eltern, der bürgerliche Büchsenmeister Adalbert Friedrich, geboren in Raudnitz in Böhmen, und seine Frau Barbara, geborene Holetz, waren durchaus angesehene Leute. Sie hatten am 4. Oktober 1848 die Ehe geschlossen. Ihre zahlreichen Kinder hatten die Chirurgengattin Mathilde Schöberl zur Taufpatin. Die Tochter Rosinas – Elisabeth Friedrich – verheiratet mit Josef Grießl, kam erst im Jahre 1937 nach Aflenz. Josef Grießl ist noch manchen älteren Aflenzern als ausgezeichneter Pferdefachmann und Fuhrmann in guter Erinnerung. Er hatte ein prächtiges Paar Pferde, das gerne bei festlichen Anlässen eingespannt wurde.

Die Büchsenmacher-Rosl selbst verdingte sich unter anderem durch Kellnern, Kinder betreuen und als Wäscherin. Mit Karten legen, Wahrsagen und dem Schneiden mittlerweile berühmter Grimassen verdiente sie sich das nötige Zubrot, als sie älter wurde.

So entstand in Aflenz im Jahre 1928 das Originalfoto des Postkartenmotivs – aufgenommen mit einer Plattenkamera. In den 60iger Jahren entdeckte der Fotograf Peter Cermark aus Mariazell das Foto, das schließlich in colorierter Version um die Welt ging. Im Alter wurde die Rosl von der damaligen Gemeinde Aflenz Land finanziell unterstützt. Sie wohnte zuletzt in der ehemaligen Köhlerhütte am Kohlplatz in Jauring, ganz nahe der „Weißen Heiligen“ von Jauring.

Ein Schnappschuss, den man überall kennt. Ein Gesicht, das zum Schmunzeln anregt.
Eine Postkarte mit regionaler Geschichte und Tiefgang, wenn man mehr wissen will!